Gesundheit geht vor!

Akupunktur und traditionelle chinesische Medizin

Was ist das?
Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) ist ein über Jahrhunderte entwickeltes und erprobtes Behandlungssystem, das sich auf fünf Behandlungssäulen stützt:

  • Akupunktur
  • Ernährungslehre
  • Kräutertherapie
  • Bewegungstherapie (Qi Gong/ Tai Chi)
  • Massagetechniken (Tuina)

Die TCM geht davon aus, dass Störungen im körperlichem und/oder seelischem Wohlbefinden primär aus einem Ungleichgewicht der beiden fundamentalen Kräfte Yin (unter anderem Ruhe, Kälte, Substanz) und Yang (unter anderem Bewegung, Wärme Energie) und aus einem mangelhaften oder gestörten Energiefluss im Körper entstehen. Ursachen dafür können sowohl innere (Emotionen) wie äußere (Klima, Ernährung, Lebensgewohnheiten) Einflüsse sein.

Eine Behandlung im Sinne der TCM hat zum Ziel, wieder einen Ausgleich herzustellen. Dafür muss zunächst das spezielle, der jeweiligen Krankheit zugrunde liegende Disharmoniemuster herausgefunden werden. Hierfür werden oft verschiedenste -für die westliche Medizin oft zusammenhanglose- Einzelsymptome zu einem Bild (z.B. „stagnierendes Leber-Qi“) zusammen gefasst und dann gemeinsam durch eine, meist aber mehrere der oben genannten Therapieformen, behandelt.
Die Diagnose in der TCM besteht aus ausführlichem Befragen des Patienten, aber auch aus Fühlen (z.B. Pulsdiagnose), Betrachten (z.B. Zungendiagnose), Hören (z.B. Klang der Stimme) und sogar Riechen.

Was versteht man unter Akupunktur?
Die Akupunktur ist ein Teilgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin. Erstmals wird dieses Behandlungsverfahren im 2. Jahrhundert vor Christus in China erwähnt, in Europa im Jahr 1675. Die uns bekannte Ohrakupunktur wurde von dem französischen Arzt Paul Nogier entwickelt, sie wurde aber auch in Grundzügen schon in China lange zuvor angewandt.

Das Konzept der Akupunktur geht von 361 Akupunkturpunkten aus, die auf verschiedenen Bahnen im Körper angeordnet und miteinander vernetzt sind. In ihnen läuft die Lebensenergie, das Qi. Durch das Einstechen der Nadeln in bestimmte Bahnen wird der Fluss der Lebensenergie beeinflusst. Die Akupunktur ist somit eine Umsteuerungs- und Regulationstherapie.

Wie wird die Akupunktur durchgeführt?
Nachdem ein individuell auf Sie abgestimmtes Behandlungskonzept ausgearbeitet ist, werden ca. 10 – 20 Nadeln am Körper und/oder Ohr gestochen. Eine solche Behandlung dauert ca. 20 bis 30 Minuten. Sie werden ruhig und entspannt gelagert, typischerweise liegen Sie.
Eine komplette Therapie umfasst in der Regel 10 Sitzungen.

Wer profitiert von dieser Behandlung?
Alle Patienten mit:

  • Chronischen Schmerzen
  • Erkrankungen des Atmungssystems (z.B. Asthma)
  • Allergien
  • Orthopädischen Krankheitsbildern (z.B. Arthrose)
  • Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt
  • Augenerkrankungen
  • Schlafstörungen
  • Neurologischen Störungen (z.B. Schwindel, Ohrgeräusch)

Ferner bei Patienten, die eine Nikotinentwöhnung machen wollen oder Unterstützung beim Abnehmen suchen.

Welche Nebenwirkungen kann die Akupunktur haben?
Im Allgemeinen treten selten Nebenwirkungen auf. Gelegentlich kann an der Einstichstelle ein kleiner Bluterguss auftreten oder es können nach der Akupunktur vereinzelt Blutstropfen austreten. Beim Stechen bestimmter Akupunkturpunkte kann dem Patienten kurzzeitig schwindelig werden oder Taubheitsgefühl an der Akupunkturstelle auftreten. 

Wer sollte keine Akupunktur erhalten?

Es gibt Erkrankungen, bei denen man eher von einer solchen Behandlung abrät, grundsätzlich muss man dies von Einzelfall zu Einzelfall abwägen:

  • Epilepsie
  • Babys und kleinen Kindern (hier können wir alternativ eine Laser-Akupunkturbehandlung anbieten)
  • Patienten, die eine Blut verdünnende Behandlung erhalten (Marcumar)
  • Ansteckende Krankheiten ( z. b. Tuberkulose)
  • Psychiatrische Erkrankungen
  • Hauterkrankungen
  • In Bereichen akuter Entzündungen und Knochenbrüche